Zu schnell gearbeitet…

Ich habe gerade einen Bulgaren mit einen Strafbefehl aus dem Gefängnis geholt. Das ging so schnell, dass keine Heimreise mehr organisiert werden konnte. Jetzt sitzt er auf meinen Sofa und wir feier seine Freiheit. Schade, dass wir nicht miteinander reden können… 😉

Urteil im Bahnhoftreter-Fall

Der Angeklagte wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung von 6 Jahren und 6 Monaten wegen versuchter Tötung beantragt.

Eine kleine Kuriosität am Rande: Oft ist das Problem bei Körperverletzungsdelikten, insb. Schlägereien, den wahren Sachverhalt zu ermitteln. Zeugenaussagen erweisen sich hier oft als sehr widersprüchlich.

In diesem Fall lag das anders, da es 2 Videos von Überwachungskameras gab. Trotzdem wurde bei der Rangelei sehr unterschiedliche Wahrnehmungen gemacht:

Die Staatsanwaltschaft sah, wie der Angeklagte den Geschädigten zu Boden riss.
Die Verteidigung sah, wie der Geschädigte sich fallen ließ und durch sein Gewicht zu Boden glitt.

Das Gericht sah zum Glück das selbe wie die Verteidigung…

Tatort Nummer 1 in Nürnberg: Der Hauptbahnhof!

Derzeit verhandele ich ein Strafverfahren vor dem Schwurgericht Nürnberg.

Am Hauptbahnhof kam es zu einer zunächst belanglosen Kabbelei zwischen 2 Männern aus der Szene. Als der eine am Boden liegt, tritt der andere zweimal auf seinen Kopf.

Das Gericht hat nun zu entscheiden, ob es versuchte Tötung oder „nur“ gefährliche Körperverletzung war.

Dem Geschädigten geht es übrigens gut. Er hat keine bleibende Schäden davongetragen und kann sich heute nicht einmal mehr an die Tat erinnern. Er hat keinen Groll gegen den Angeklagten und will auch nicht, dass er bestraft wird.

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